Bei welchen Wasserwerten fühlen sich meine Zwergbuntbarsche am wohlsten? Grundsätzlich lohnt es sich zu
nachzusehen, bei welchen Wasserwerten genau meine Art in der Natur vorkommt. Wir wissen, dass Wasser nicht
gleich Wasser ist. Aber das Verbreitungsgebiet der Zwergbuntbarsche umfasst große Teile von Südamerika und
deshalb auch viele verschiedene Gewässertypen. Man kann diese im Großen und Ganzen in drei Kategorien aufteilen.
Schwarzwasser - Klar, teefarben, huminstoffhaltig, meist sauer und weich.
Klarwasser - Sehr klar, nicht sichtbar gefärbt, kann auch sauer sein, muss aber nicht.
Weißwasser - Sehr trüb, meist neutraler pH-Wert, mineralreich.
Die Meinungen um die Bedeutung der Wasserwerte gehen auseinander. Manche sind sehr darauf bedacht naturnahe
Bedingungen zu schaffen. Dies ist in der Regel mit großem Aufwand verbunden. Andere messen der Konstanz der
Wasserwerte größere Bedeutung zu. Ich denke es lohnt genau zu überlegen. Habe ich Wildfänge, die dazu noch aus
mehr oder weniger extremen Wasser stammen, sollte ich sicher zunächst naturnahe Bedingungen bereit stellen
können. Auch gibt es einige Arten, die ausschliesslich bei sehr weichem und saurem Wasser zu Fortpflanzung
schreiten. Habe ich allerdings Tiere, die seit Generationen in deutschem Wasser gezüchtet worden sind, ist die
Konstanz der Bedingungen sicher wichtiger. Auch ist die Wasserfrage stark von der zu pflegenden Art abhängig.
Grundsätzlich kann man sagen, dass weiches und leicht saures Wasser bevorzugt wird. Man sollte seine
Wasserwechsel sehr ernst nehmen. Das heißt, dass man pro Woche gerne 30-50% des Wassers wechseln sollte.
Tut man dies nicht, leidet die Wasserqualität. Damit ist gemeint, dass die Konzentration der Schadstoffe,
aber auch die Keimdichte im Becken steigen. Zwergbuntbarsche gehören generell zu den empfindlicheren Fischen
im Aquarium. Bei ungenügenden Haltungsbedingungen geschieht es daher schnell, dass die Fische krank werden und
sterben.
Bei den meisten Zwergbuntbarschen ist es leicht die Geschlechter zu unterscheiden. Allerdings sollte es sich bei
den Tieren um fortpflanzungsfähige Exemplare handeln.
Die Färbung (Sexualdichromatismus): Die Färbung der Tiere kann ein Anhaltspunkt für die Geschlechtsbestimmung
sein. So haben die meisten Zwergbuntbarschmännchen eine schönere Färbung (liegt auch im Auge des Betrachters)
als die Weibchen. Ein Apistogramma macmasteri Männchen hat zum Beispiel eine intensiv rote Färbung, das Weibchen
hingegen ist meist gräulich bis orange gefärbt. Balz-Brutpflegefärbung: Die meisten Apistogramma-Arten färben sich bei der Brutpflege oder Balz um. Die Weibchen
bekommen dann meist einen gelben Grundton und ein schwarzes Zeichnungsmuster auf dem Körper. Männliche Exemplare
schillern dann meist in ihren schönsten Farben. Achtung: es gibt mittlerweile Zuchtformen bei denen die Webchen
fast die selbe Farbenpracht haben wie die Männchen. Die Beflossung: Auch die Beflossung der Tiere ist ein gutes Unterscheidungsmerkmal. Meist besitzen die Männchen
lang ausgezogene Flossen, die bei den Weibchen abgerundeter sind. Bei Apistogramma cacatuoides haben die Männchen
z.B. stark verlängerte Flossenstrahlen in der Rückenflosse. Apistogramma cacatuoides Weibchen haben keine stark verlängerte
Flossenstrahlen. Die Körpergröße: Bei der Körpergröße kann man die Geschlechterbestimmung nur bei ausgewachsenen Tieren durchführen.
Männliche Tier können doppelt so groß werden wie weibliche Exemplare. Es gibt auch Arten, die in bei denen die
Geschlechter fast gleichgroß sind. Die Unterscheidung bei Jungfischen: Jungtiere, die noch nicht geschlechtsreif sind, kann man nicht so leicht
unterscheiden. Möchte man in einem solchen Fall dann ein Pärchen haben, sollte man aus einem Jungfischschwarm
das stärkste und dominanteste Tier wählen und eines der Schwächeren. Meist ist man damit auf der sicheren Seite.
Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Färbung der Bauchflosse, die bei Weibchen meist schwarz ist. Sind diese
Merkmal nicht vorhanden, heißt es allerdings nicht direkt, dass es sich um ein Männchen handelt. Die Färbung kann,
bei diesem Tier, nur schwach oder noch gar nicht ausgebildet sein. Gehört dieses Tier aber zu den dominanten und
größeren Tieren ist es sehr wahrscheinlich ein Männchen. Verhalten: Es gibt sogenannte Tarnmännchen. Das sind Männchen, die sich in Weibchenfärbung (meist sogar auch
Beflossung und Körpergröße) in einem Männchenrevier aufhalten. Sie nehmen diese Farben an um von dem dominanteren
Männchen nicht verjagt zu werden. Meist erkennt man solche Tiere daran, das sie sich echten Weibchen gegenüber wie
ein Männchen präsentieren, es sei den das dominante Männchen hält sich in der Nähe auf. In Becken, die groß genug
sind, können sich auch solche Männchen(natürlich auch im bei sein dominanter Männchen) zu schönen Tiere entwickeln.
Ein weiteres Problem liegt bei Arten, die keine extremen äußerlichen Unterscheidungsmerkmal zeigen wie z.B. Färbung.
Bei solchen Arten kann es sein, dass man erst sicher ist ein Paar zuhaben wenn es das erste Mal abgelaicht hat. In einem
überfülltem Becken kann es allerdings sein das sich bereits ein Paar gebildet hat. Erkennt man dies kann man es mit
nach Hause nehmen und sich relativ sicher sein ein Paar zu haben. Bei der Brutpflege wird man feststellen können
welches Tier das Männchen oder Weibchen ist.
Es kommt bei einigen Arten vor, dass ein Individium das Geschlecht wechselt. Dies dient wahrscheinlich der
Arterhaltung, in einer reinen Weibchengruppe. In der Regel ist es das dominanteste Weibchen einer Gruppe,
welches sich langsam zum Männchen entwickelt. Ob es früher bereits selber Junge geführt hat, ist dabei
unerheblich. Das sich ein Männchen zum Weibchen entwickelt hat, ist bisher nicht beobachtet worden.
Ich selber konnte es bei meinen Apistogramma cacatuoides selber beobachten. Nach dem Tod meines Männchens,
wurde das eine der beiden Weibchen immer dominanter. Nach und nach änderte sich dann auch das Aussehen des Tieres.
Es wurde allerdings nie so groß wie andere Männchen.
Arten bei denen dies bisher beobachtet worden ist:
Apistogramma cacatuoides
Als Bodengrund für ein Aquarium, in dem Zwergcichliden gehalten werden, ist Sand gut geeignet.
Eine Körnung von 2 bis 3 mm ist gut. So können die Zwergcichliden den Sand auf der Suche nach
Futter durchkauen. Bei grobem Bodengrund können sich die Fische beim durchkauen des Bodengrund
verletzen oder diese Verhaltenweise wird ganz blockiert, weil es nicht möglich ist, den
Bodengrund durchzukauen. Der Bodengrund wird dabei nicht wortwörtlich gekaut, sondern durch
die Kiemen oder im Mund gespült, um Kleinstlebewesen herauszufiltern. Hier sollte man
besonders darauf achten, dass die Sandkörner nicht scharfkantig sind. Sonst können sich die
Fische daran verletzen. Desweiteren sollte der Sand keine Härtebildner ans Wasser abgeben die
das Wasser aufhärten.
Bei zu grobem Kies besteht außerdem die Gefahr, dass Futterreste in den Ritzen und Spalten verschwinden
und so Fäulnisherde entstehen. Fäulnisherde können auch bei zu hohen Sand entstehen wenn dieser nicht
regelmäßig umgeschichtet wird. Der Sand wird auch bei Corydoras-Arten empfohlen, die gerne mit
Zwergcichliden vergesellschaftet werden. Sie durchsuchen ihn auch nach Kleinstlebewesen, wobei teilweise
richtige Sandfontänen aus den Kiemen fliegen.
Den Sand sollte man vor dem Einbringen ins Aquarium auswaschen. Man kann sich nie sicher sein was für
Stoffe in ihm vorhanden sind. Bei Quarzsand kann auf der Verpackung "Entstaubt und feuergetrocknet"
draufstehen. Dieser ist dann sauber. Sicherheitshalber kann man den Sand in einem Eimer kurz durchspülen
um testen ob man nich möglicherweise später im Aquarium ständig einen "Nebel des Grauens" hat. Dieser
"Nebel des Grauens" sollte sich nach dem Befüllen des Aquariums nach ein paar Tagen lichten.
Falls der Bodengrund zu hell ist, kann man ihn mit etwas Laub abdunkeln. Hierfür eignen sich
Seemandelbaumblätter (sind aber teuer), Eichen- oder Buchenblätter. Die gibt es umsonst im Wald.
Dazu gibt es aber ein eigenes Kapitel.
Nun ist es passiert. Deine Apistogramma sp. „Schönster auf der Welt“ haben nicht nur ein
Gelege produziert, nein, plötzlich zuckt und wimmelt es im Bereich des Geleges. Das sieht
doch sehr nach Nachwuchs aus. Der anfänglich euphorisch-fröhlichen Stimmung folgt die
Überlegung “Was nun?“. Alle Bedenken und Vorbehalte beiseite lassend – stand da nicht jüngst
im Forum, es wäre gar nicht mal so einfach Apistogramma sp. „Schönster von der Welt“ unter die
Leute zu bringen – man ist ja nun Papa/Mama, sollen die Kleinen nun auch ordentlich wachsen.
Das bedeutet, es muss entsprechendes Futter herbei geschafft werden. Welche Möglichkeiten gibt
es dabei für den hoffnungsvollen Freizeit-Vermehrer?
Artemia-Nauplien
Die Nauplien der Artemia können wohl mit Fug und Recht als das Nummer Eins – Futter
bezeichnet werden. Alle mir bekannten Zwergbuntbarscharten nehmen die Nauplien gern,
unschwer zu erkennen an den, unmittelbar nach der Fütterung, rosa Bäuchen. Und wie geht das?
Erstaunlich unspektakulär:
Die Würstchenglas Methode
Man nehme ein großes Würstchenglas, Inhalt ca. 1ltr, hohe, relativ schlanke Formen haben sich
hier bewährt. In dieses Glas werden drei gut gehäufte Teelöffel Salz (einfachstes Siedesalz,
ohne Jod und Fluor Zusatz; Trennmittel haben hier das Ergebnis nicht spürbar verschlechtert)
und ein knapper Liter Wasser getan. Anschließend wird ein Ausströmer angeschlossen, ein
viertel bis ein halber Teelöffel Artemia-Eier [1], abschließend vielleicht ein Stückchen
Frischhaltfolie oben drüber um die Schweinerei durch das salzhaltige Spritzwasser zu
reduzieren und warten.
Nach 24-36 Stunden, die Schlupfzeit ist vor allem von der Zimmertemperatur abhängig, sind
die Nauplien geschlüpft und können verfüttert werden. Nur, wie in drei Teufels Namen bekomme
ich diese jetzt aus dem Glas? Auch gilt, je einfacher, desto besser!
In der Apotheke Deines Vertrauens gibt es für kleines Geld Kunststoffspritzen mit 20cm³
Inhalt. Hier zahle ich keine 20 Cent je Spritze. Auf diese Spritze wird ein Stück
Luftschlauch gesteckt. Du klemmst den Ausströmer ab und lässt das Glas einfach einige
Minuten stehen [2]. Die Hüllen steigen an die Oberfläche, die Nauplien sammeln sich am Boden
des Glases. Diese kannst Du jetzt mit der Spritze aufziehen. Und schon, was wäre das Leben
langweilig, stößt Du (hoffentlich) auf die nächste Hürde... das ist doch Salzbrühe, kann ich
die so ins Becken...? NEIN! Du benötigst ein weiteres Tool, ein Artemia-Sieb. Diese gibt es
im Handel oder bei Gerd. [3]
Den Inhalt der Spritze leerst Du in das Sieb Deiner Wahl. Das Wasser tropft ab und es
wimmelt. Da an den Nauplien nach eine ganze Menge Salz hängt, werden diese jetzt unter
fließend Wasser vorsichtig abgespült. Es folgt die letzte Hürde: Wie krieg ich die Nauplien
ins Becken und an den hungrigen Jungfisch?
Auch das klingt komplizierter als es letztendlich ist. Wir nehmen hier immer so eine kleine
Dessertschale, füllen nur ganz wenig Wasser ein und stellen das Artemia-Sieb in dieses
Wasser. In dem Sieb herrscht nun ein Wasserstand von vielleicht einem Zentimeter, die
Nauplien sammeln sich am Boden des Siebes. Jetzt ziehst Du die Nauplien auf die Spritze und
kannst diese sehr vorsichtig in die Nähe der Minis geben, im Idealfall mitten in den
Schwarm. Aber etwas Fingerspitzengefühl bitte!
Es gibt viele alternative Methoden um Artemia-Nauplien zu erzeugen, der Handel hält
Schüsseln und Inkubatoren bereit, ist der Bedarf an Nauplien sehr groß, lohnt es sich über
den Bau einer kleinen Station nachzudenken, in welcher zwei, drei oder mehrere Flaschen vor
sich hin brodeln. Die unterschiedlichen Arten werden hier nicht diskutiert, hier soll nur
ein einfacher Weg für den Einsteiger aufgezeigt werden.
Zusammenfassend, Du benötigst:
Artemia-Eier (zu Qualitäten, Bezugsquellen etc. foltere mal die Forensuche)
Ein Glas
Salz ohne Fluor oder Jod
Ein Artemia-Sieb
Eine Einwegspritze
Etwas Luftschlauch
Eine Durchlüfterpumpe mit Schlauch und kleinem Ausströmer
Mikrowürmchen
Die so genannten Mikrowürmchen stellen ein gutes Ergänzungsfutter zur Aufzucht von
Jungfischen dar. Diese, nur wenige Millimeter großen Würmchen lassen sich ohne allzu großen
Aufwand vermehren und verfüttern. Aber wie funktioniert das nun wieder? Ganz einfach!
Zuallererst benötigst Du einen Zuchtansatz dieser kleinen Wuselviecher (Als Zweites die
nötige persönliche Härte, baue niemals eine Beziehung zu Tieren auf, welche Du später
verfüttern willst). Diese kann man durchaus ganz einfach per Nachfrage in Aquarienforen
erhalten, oftmals schon gegen die Erstattung der Portokosten, eventuell ist ein kleiner
zusätzlicher Obolus vonnöten. Weiterhin gibt es eine ganze Reihe von Händler, auch im
Internet, welche Mikrowürmchen- und viele andere Futtertieransätze anbieten.
Woher auch immer Dein Ansatz kommt, es sieht ziemlich, na ja, nennen wir es mal „speziell“
aus. Pack ihn aus, den Geruch wirst Du dem Rest Deiner Familie schon noch schönreden, und
glaub es einfach, ein Pantoffeltierchenansatz auf Kohlrabibasis ist da noch eine ganz andere
Nummer.... Spaß beiseite, tatsächlich riecht es gar nicht so schlimm. Und jetzt ab mit der
Matsche ins Becken. STOP, das war Blödsinn! Mach das bloß nicht, hinterher musst Du neue
Fische kaufen gehen.
Die Mikrowürmchen benötigen einen Nährboden. Hier gibt es die vielfältigsten Rezepte, Milch,
Kondensmilch, Haferflocken, alte Brötchen, Hefe, Wasser sind potentielle Zutaten. Eine
relativ unkomplizierte, geruchsarme und einfache Möglichkeit praktiziere ich: In einen gut
gereinigten Behälter, zum Beispiel diese Sahneheringtöpfe eines bundesweit operierenden
Discounters, wird ca. 1,5 bis 2cm hoch Paniermehl eingefüllt. Dazu Wasser, so das ein recht
zäher Brei entsteht. Probiere ruhig etwas herum. Es sollte nur nicht zu dünnflüssig sein.
Auf diesen Nährboden kannst Du jetzt einen Teil des Ansatzes schmieren. Abschließend kann man
noch ein wenig (wenig!) Trockenhefe auf das ganze Gemansche stäuben, diese beschleunigt die
Vermehrung der Würmchen.
Warum nur einen Teil? Es ist immer sinnvoll zwei oder mehrere Ansätze parallel laufen zu
lassen, es kann ja durchaus sein, das Dir ein solcher Mikrowürmchenansatz aus irgendwelchen
Gründen umkippt. Dann werden die Behältnisse beiseite gestellt, bei mir stehen die in einem
Ostfenster auf der Fensterbank. Der Deckel wird lose auf den Behälter gelegt. Ein wichtiger
Punkt den ich vorhin noch nicht erwähnte, die Behälter sollten verschließbar sein. Warum
siehst Du gleich. Jetzt heißt es erst mal warten, die Mikros müssen sich vermehren. Und nach
einigen Tagen (sei geduldig!) wuselt die ganze Oberflache Deines Nährbodens.
Und nun die große Parallele zu den Artemia-Nauplien, wie kommt das Futter an den Fisch? Du
sorgst dafür, dass es den Mikros schlecht geht! Einige Zeit vor dem Fütterungstermin kommt
der Deckel fest auf den Ansatz. Mach das Ding dicht. Den Mikros wird der Sauerstoff knapp
und sie beginnen an den Wänden des Behälters nach oben zu kriechen. Nachdem Du den Deckel
wieder entfernt hast, kannst Du sehr bequem Mikros zum Verfüttern entnehmen.
Dabei ist der Einsatz eines kleinen Werkzeuges recht hilfreich. Mittels eines Pinsels, oder
wie bei uns mit einem einfachen Messer aus diesen Plastikbesteck-Sets können die Würmchen
einfach von der Wand abgestreift und verfüttert werden. Bitte achte darauf, dass Du möglichst
nichts von dem Nährboden mit in das Becken gibst.
Wie geht es mit dem laufenden Ansatz weiter? Ab und zu, vielleicht ein bis zweimal pro Woche
gebe ich ein wenig – ganz im Ernst, „wenig“ ist wirklich Ernst gemeint – Trockenhefe auf den
Ansatz. Mit der Zeit verflüssigt sich der Nährboden, das schmälert die Qualität dieses Futters
aber nicht. Achte nur darauf, dass Du rechtzeitig einen neuen Behälter vorbereitest und mit
einem Teil aus einem laufenden Ansatz impfst. Die Standzeit eines gut laufenden Ansatzes
beträgt durchaus viele Wochen wenn nicht Monate.
Zwei Hinweise zum Schluss. Es ist durchaus möglich die Mikrowürmchen zu boosten, also
anzureichern und dadurch den Nährwert zu erhöhen. Dazu kann man beispielsweise Paprika-,
Spirulina-, oder Brennnesselpulver in den Ansatz mischen oder aufstäuben. Die Mikros nehmen
diese Pulver teilweise auf. Optisch natürlich auch ein ganz anderer Schnack, Mikrowürmchen in
den aktuellen Herbstfarben.... Beachte bitte, diese Würmchen sind nicht als Allein- oder
Dauerfutter geeignet, dazu ist deren Fettgehalt zu hoch. Aber eine Fütterung am Tag kann so
durchaus vorgenommen werden.
Zusammenfassend, Du benötigst:
Einen Ansatz Mikrowürmchen
Zwei oder mehr Behälter mit dicht schließendem Deckel
Paniermehl (alternativ Haferflocken o.a.)
Wasser (alternativ Milch o.ä.)
Trockenhefe
Nobil-Fluid
Eine recht gut funktionierende Notfalllösung. Nobil-Fluid ist ein Produkt von JBL.
Sicherlich gibt es von anderen Herstellern alternative Produkte (Hoy Hersteller, ich kenne
Ihr Produkt nicht, benötigen Sie eine Postanschrift? ). Zu einem wirklich moderaten Preis
erhält man eine kleine Kunststoffflasche. Der Inhalt von besteht aus 50ml Flüssigfutter aus
lt. Hersteller:
Mit Artemia-Krebs Bestandteilen für besseres Wachstum
Ultrafeines Homogenat aus über 50 natürlichen Rohstoffen
Mit speziellem Multivitaminkomplex und stabilisiertem Vitamin C
Was sich auch immer genau in diesem Flüssigfutter befindet, es funktioniert. Wichtig ist
hier die Dosierung. Habe ich z.B. ein Apistogrammaweibchen welches ca. 80 sehr kleine
Jungfische führt, mixe ich fünf bis sieben Tropfen Nobil-Fluid mit einer Messerspitze
dekapsulierte Artemia (Was ist denn das jetzt wieder? Kommt noch, Geduld! Es ist immer dann
wichtig wenn mal wieder alle Lebendfutteransätze zusammengebrochen sind und irgendwer die
Artemia-Gläser umgeworfen hat), eventuell noch ganz wenig Mikrozell (jahaaaa.... gleich) und
gebe diese Mischung zwei- bis dreimal am Tag.
Dekapsulierte Artemia
Lassen sich ebenfalls im gut sortierten Fachhandel erwerben. Hier handelt es sich um
Artemia-Nauplien, welchen im getrockneten Zustand die Zysten entfern wurden. Wie das genau
geschieht erläutere ich hier nicht. Wer intensiv recherchiert, wird im Internet auf eine
Methode stoßen, welche von Nikki (AiD)erfolgreich praktiziert wird.
Eine Messerspitze mit diesen dekapsulierten Artemia in ein Glas gegeben, ein wenig Wasser
drauf und nach einem Moment lassen sich diese nach der bei den Artemia beschriebenen Methode
verfüttern.
Tipp: Kauft bloß nicht so furchtbar viel von diesem Futter, es ist sehr ergiebig und man
schmeißt schnell zuviel davon ins Becken.
Mikrozell
Dieses verwende ich zum Boosten, also Aufwerten von Nauplien, selbstgemischten
Jungfischfutter und lebenden Wasserflöhen.
Mikrozell wird unter dem Handelsnamen Hobby vertrieben. Es handelt sich hier um feinstes
Phytoplankton in Pulverform. Die Verpackungseinheit (kleine Kunststofftöpfchen) enthält 20
ml und auch dieses Produkt reicht ewig und drei Tage, wir holen nur ab und an eine neue
Packung da meist das Verfallsdatum abgelaufen ist bevor wir alles verbrauchen konnten.
Eigentlich dient Mikrozell als Aufzuchtfutter für junge Artemia-Nauplien.
Mulm
Wie jetzt, Mulm? Was soll das heißen, Mulm? Spinnt der jetzt komplett? Nein! In einem gut
eingefahrenen Becken befindet sich einiges an Mulm. Und dieser Mulm enthält jede Menge
Leben. Leben welches so klein ist, dass es leider leider als Futter für kleinste Fische
herhalten muss. Mulm ist die Heimat vieler Kleinstlebewesen, Infusorien etc. welche unseren
kleinen nachgezogenen Fischen durchaus nicht nur über die Runden helfen sondern diese eine
Zeit lang gut ernähren kann.
Wie geht es weiter?
Sind die Lütten aus dem allergröbsten heraus, kann langsam mit der Gabe von anderen
Futtersorten begonnen werden. Anfangs mit Bosmiden und Cyclops beginnend, werden Deine
Jungfische irgendwann auch in der Lage sein, Artemia, Mückenlarven und anderes Futter
aufzunehmen.
[1] Tatsächlich gibt es keine Artemia-Eier! Es handelt sich um Zysten, aber da sich „Eier“
allgemein durchgesetzt hat, verwenden wir den Begriff auch weiterhin.
[2] An anderer Stelle im Netz habe ich von durchaus vertrauenswürdigen Aquarianern Aussagen
gelesen, welche im Fazit sagten, das die Nauplien ohne die Durchlüftung nach wenigen Minuten
sterben. Das kann ich nicht bestätigen. Auch nach 30 Minuten sind die hier quietschfidel.
[3] Artemia-Siebe der Firma Dohse werden unter dem Handelsnamen „Hobby“ vertrieben. Gerd
Arndt bietet hervorragende Siebsätze auf www.aquarienbasteleien.de an.
Hierbei gilt es zu unterscheiden. Ist man völlig neu in der Aquaristik, sind Zwergbuntbarsche vielleicht nicht
das Richtige. Viele Arten haben Ansprüche an das Wasser, die nicht mit gängigem Leitungswasser übereinstimmen.
Daher kann eine Aufbereitung notwendig sein. Desweiteren sind Zwergbuntbarsche relativ anfällig für Krankheiten,
wenn die Lebensbedingungen nicht gut sind. Mit ein wenig Erfahrung mit der Pflege eines Aquariums, ist es
leichter für gute Lebensbedingungen zu sorgen, so dass man viel Freude an den Fischen hat. Ist diese Erfahrung
vorhanden, sollten die Umwegbarkeiten zu überwinden sein. Was gute Wasserwerte sind, kannst du in einem anderen
Kapitel nachlesen.
Generell sollte man die Fische nehmen, die einem am Besten gefallen. Allerdings sind einige Arten aufgrund ihrer
Robustheit und/oder ihres friedlichen Verhaltens besser für Zwergbuntbarsch-Anfänger geeignet. Hierzu zählen
insbesondere folgende Arten: Apistogramma borellii - Diese Art bleibt relativ klein, und gilt als sehr friedlich. Je nach Beckengröße kann man Apistogramma borellii auch in einer Gruppe pflegen. Besonders in Bezug auf Temperaturschwankungen sind Apistogramma borellii sehr tolerant, was sie alles in allem zu sehr guten Fischen für Zwergbuntbarsch-Anfänger macht. Apistogramma macmasteri - Gilt als relativ friedlich und robust. Da diese Art zu den größeren Arten gehört, sollte das Becken mindestens eine Kantenlänge von 80cm haben. Zusammen mit Apistogramma borellii sind Apistogramma macmasteri wohl am besten für Anfänger geeignet. Apistogramma cacatuoides - Der "Kakadu" ist sehr robust, und fühlt sich auch in mittelhartem Wasser wohl. Am Besten hält man mehr Weibchen als Männchen, da die Art sehr polygam ist. Apistogramma nijsseni - Diese Art ist ein wenig empfindlicher, was die Wasserwerte angeht, als die anderen hier vorgestellten Arten. Allerdings sind Apistogramma nijsseni sehr friedlich innerhalb der Art, was die Haltung recht einfach macht. Das selbe gilt für Apistogramma panduro, der sehr eng mit dem Apistogramma nijsseni verwandt ist.
Am häufigsten an ZBBs wird mit Sicherheit der Mikrogeophagus ramirezi - auf Deutsch Schmetterlingsbuntbarsch - angeboten. Alles weitere zu dieser Art findet sich in Kapitel 5d.
An zweiter Stelle stehen Apistogramma cacatuoides, die eine gute Einsteigerart darstellen. Sie sind für ZBB-Verhältnisse robust und kommen auch in der Natur in Gewässern mit neutralem pH-Wert vor, sodass sie nicht so weiches Wasser benötigt, wie reine Schwarzwasserspezialisten.
An dritter Stelle stehen m.E. zwei Arten recht gleich auf: Apistogramma borellii und Apistogramma agassizii. Apistogramma borellii sind sehr friedlich und damit auch in den Standard-60iger-Becken gut zu halten. Sie ist die Apistogramma-Art, welche am weitesten südlich in Südamerika vorkommt, und ist daher recht flexibel was die Hälterungstemperatur anbelangt. Es gibt Halter die berichten, dass eine gelegentliche Abkühlung des Wassers den Tieren gut tut. Apistogramma agassizii wird in verschiedenen Farbformen im Handel angeboten. Wildfänge sind eher selten. Die Art kann recht aggressiv sein, muss es aber nicht. Die Erfahrungen der Halter sind sehr unterschiedlich.
An fünfter Stelle steht der Apistogramma macmasteri, der häufig, vor allem sehr schöne Tiere, als Apistogramma viejita angeboten wird. Der Apistogramma macmasteri gehört nach Meinung einiger Halter zu den robusteren, leicht zu haltenden Arten, kommt auch mit einem neutralen pH-Wert sowie mittelhartem Wasser zurecht und ist darin nachzuziehen. Diese Art ist für Becken ab 80 cm geeignet.
Als Letztes sind noch Apistogramma nijsseni, Apistogramma baenschi und Apistogramma panduro zu nennen, die ab und zu im Handel zu bekommen sind. Diese Arten sind alle recht eng miteinander verwandt und haben sich tendenziell als eher monogam erwiesen. Die innerartliche Aggressivität ist bei diesen Arten wenig ausgeprägt, sodass sie - gutes Wasser vorausgesetzt - für Anfänger empfehlenswert sind. Bei den Apistogramma baenschi wäre noch erwähnenswert, dass bei dieser Art die Weibchen während der Brutpflege sehr durchsetzungsfähig sind, eine hohe Aggressivität gegenüber anderen Fischen (außer dem Partner) an den Tag legen.
Grundsätzlich ist eine Haltung von Zwergbuntbarschen und Garnelen aus der Familie Caridina und
Neocaridina unproblematisch. Sie kommen mit den Wasserverhältnissen, die die meisten Zwergbuntbarsche aus
Südamerika benötigen, sehr gut zurecht. Auch eine Extra-Fütterung ist zur reinen Haltung nicht notwendig.
Die bekannte Caridina japonica (Amano-Garnele) lässt sich sehr gut auch mit größeren Apistogramma-Arten
vergesellschaften, sofern sie bereits eine Größe von mindestens 3-4 cm erreicht hat. Dann wird sie nicht
mehr unbedingt angegriffen und als Futter angesehen. Im ausgewachsenen Zustand haben diese Garnelen bei mir
auch ihre Scheu verloren und bewegen sich auch tagsüber offen auf Pflanzen und freiem Bodengrund.
Auch mit verschiedenen Neocaridina-Arten = Zwerggarnelen habe ich gute Erfahrungen gemacht. Sicher wird hier
die eine oder andere Junggarnele als willkommene Abwechslung im Speiseplan angesehen, aber auch hier habe ich
die Erfahrung gemacht, dass ausgewachsene Tiere kaum oder garnicht behelligt werden. Ist das Becken gut
strukturiert und gibt es genügend Verstecke zwischen Pflanzen und Holz (Javamoos ist hier besonders gut
geeignet) kommen normal auch genug Jungtiere durch, so dass der Bestand erhalten bleibt.
Allerdings führen die Garnelen dann eher ein sehr verstecktes Leben wobei ich auch hier Unterschiede bei
verschiedenen Arten gemacht habe. So sind die Rückenstrich-Garnelen, welche sich sehr gut und zahlreich
vermehren, wesentlich weniger scheu al die roten Arten wie "RedCrystal" oder Red Fire".
Es gibt von anderen Aquarianern allerdings auch völlig abweichende Erfahrungen, was die Haltung von
Zwerggarnelen mit Zwergbuntbarschen angeht. Hier haben selbst noch nicht ausgewachsene Barsche den gesamten
Garnelenbestand ausgerottet, so daß man auch hier, wie bei vielen anderen Fragen der Haltung, es selber
ausprobieren muß. Dabei sollte man vielleicht nicht gleich die zum Teil sehr teuren Farb-Varianten nehmen,
sondern versuchen, über befreundete Aquarianer oder im Fachhandel sogenannte "Futtergarnelen" zu bekommen.